Ein Blick in diverse analoge wie digitale Medien zeigt sehr schnell eines: Gewalt im Kleinen wie im Großen.
Weltweite Kriegs- und Krisenberichterstattung gehören schon zum Alltag und auch Schlagzeilen über Gewalttaten in der eigenen Umgebung erschüttern uns meist nur kurz. Stumpfen wir Menschen mit dem Ausmaß solcher Meldungen ab? Nimmt das eigene Sicherheitsgefühl in einer zunehmend instabil scheinenden Welt ab? Wie wirken sich Ängste und Sorgen auf unsere Entscheidungen aus? Und welche Möglichkeiten haben wir? Können wir dieser Entwicklung etwas entgegen setzen?
Ja, zumindest im kleinen Rahmen sind es nämlich unsere Handlungen, die etwas bewirken. Durch unser Handeln kommt zumeist unsere ethische Haltung zum Ausdruck und beeinflusst wiederum andere Menschen und deren Handeln. Ein positives Beispiel wäre bei einem Konflikt in der Familie oder auf dem Arbeitsplatz den Dialog zu suchen und aufeinander zuzugehen. Der erste Schritt ist oft der schwierigste… Die Bedeutung des Dialogs konnte selbst Hans Küng nicht oft genug betonen, als er das Projekt Weltethos entwickelte.
Konflikt lösendes Verhalten anzustreben, ist keine Selbstverständlichkeit und muss in gewisser Weise gelernt werden. In den ersten sechs Lebensjahren lernt der Mensch so viel und so schnell, wie nie mehr in seinem Leben. Folglich ist es auch eine sehr wichtige Aufgabe, junge Menschen beim Erwerb sozial-emotionaler Kompetenzen zu begleiten. Diese Fähigkeiten für ein respektvolles Miteinander werden sowohl im familiären Umfeld, als auch in der elementaren Bildungseinrichtung, wie dem Kindergarten, vermittelt.
Werte, wie aus der Erklärung zum Weltethos bekannt: Gewaltlosigkeit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Gleichberechtigung und Solidarität sowie Nachhaltigkeit bieten eine gute Orientierung. Die sogenannte Friedensbildung ist der Versuch einer bewussten Erziehung zum Frieden. Sie leitet dazu an, alle Gewalt fördernden Muster und Strukturen frühzeitig wahrzunehmen und in Konflikt lösendes Verhalten umzuwandeln. Ziel ist die Überwindung des Krieges, ausgehend von der Erkenntnis, dass alle Kriege in den „Köpfen der Menschen“ entstehen. (UNESCO, The Nature of Conflict, 1958) Mit Blick auf das Weltgeschehen scheint das Unterfangen schwierig und doch sollten wir im Kleinen beginnen, nicht nur, um Kindern ein Vorbild sein zu können. Sie sind unsere Zukunft!
(Sandra Kaeßmayer)